Das Autohaus - seit 1902
Buchstäblich unter einem guten Stern steht die wechselvolle Geschichte des Wanne-Eickeler Traditionsunternehmens Henning Automobil GmbH, das in jüngster Vergangenheit sein 100-jähriges Bestehen gefeiert hat. Einen ersten Eintrag in das Buch der Geschichte der Fortbewegungsmittel fand der Name Henning, als der gelernte Hufschmied Hugo Henning im Jahre 1902 in Herten einen eigenen Betrieb eröffnete. Fünf Jahre später verlegte der Jungunternehmer, wahrscheinlich wegen besserer Aussichten, sein Unternehmen zur "Cranger Heide" in Eickel.
Aufgrund seines überdurchschnittlichen Könnens als Hufbeschlagschmied und Wagenbauer erwarb er sich schon nach kurzer Zeit das Vertrauen vieler Auftraggeber. Mit diesem Vertrauen und einem guten Auftragspolster im Rücken, erwarb er 1909 vom Gastwirt Friedrich Schulte-Möller die zuvor gepachtete Schmiedewerkstatt sowie ein Grundstück gegenüber dem heutigen Betriebsgelände, auf dem er ein Wohnhaus errichtete, in dem viele Jahre ein Haushaltswarengeschäft betrieben wurde.
Da Hugo Henning, ebenso wie seine Mitarbeiter und Lehrlinge, zum Kriegsdienst einberufen wurde, ruhte der Betrieb ab 1915 vorübergehend. Doch bereits mit dem Tag des Waffenstillstandes begann der äußerst aktive Unternehmer mit dem weiteren Auf- und Ausbau seines Betriebes. Dabei profitierte er vor allem von den Kenntnissen, die er sich während des Krieges durch die Zusammenarbeit mit Militärveterinären erworben hatte. Diese machten ihn zu einem geschätzten Berater in allen Fragen der Pferdebetreuung.
Anfang der 30er Jahre wurden die Weichen für eine sich rasch ändernde Zukunft gestellt. Zunächst wurde eine Werkstatt mit zwei Gruben gebaut, um die Arbeit unter Fahrzeugen zu erleichtern. Das frühere Haushaltswarengeschäft wurde Ersatzteillager. Die Zeichen des Fortschritts erkennend machte Sohn Wilhelm 1932 eine Ausbildung zum Kraftfahrzeugmechaniker. Drei Jahre später legte er dann seine zweite Meisterprüfung ab und erwarb dadurch das Recht, Kraftfahrzeuglehrlinge ausbilden zu dürfen.
Bereits kurz nach Kriegsbeginn kehrte Wilhelm Henning in den elterlichen Betrieb zurück. In der Folge spezialisierte er sich auf den Umbau von Otto-Motoren von Benzin auf Treibgas. Dies machte den Betrieb weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Aufträge aus Essen, Bochum und Dortmund waren die Folge.
1948 wurde die vom Firmengründer betriebene Schmiede erheblich verkleinert, um Platz für die steigende Anzahl der zu reparierenden Fahrzeuge zu schaffen.
Im Jahre 1962 verstarb Seniorchef Hugo Henning an seinem 85. Geburtstag. Nun folgte die schwierigste Phase der Firmengeschichte. Der Enkel des Firmengründers, Willi Henning, musste 1964, kurz nach Abschluss der Lehre bei den Fahrzeugwerken LUEG in den elterlichen Betrieb, weil Wilhelm Henning sen. sehr krank wurde und im Dezember verstarb.
Unter schwierigsten Bedingungen führten Witwe Maria Henning und Sohn Willi den Betrieb weiter. Parallel dazu wurde der Neubau auf dem heutigen Betriebsgrundstück geplant und betreut, der zwei Jahre später fertiggestellt wurde. 1968 zog sich die Chefin aus dem geschäftlichen Alltag zurück und trat Ende des Jahres aus der Firma aus. 1969 übernahm Willi Henning nach bestandener Meisterprüfung die Leitung.
Ein richtungsweisender Schritt, der eine weitere, permanente Aufwärtsentwicklung des Betriebes einleitete, war am 1. Januar 1971 die Eingliederung in die Kundendienstorganisation der Daimler-Benz AG. Die folgenden Jahre waren von reger Bautätigkeit gekennzeichnet. 1977 wurde zunächst eine neue Werkstatthalle für LKW-Fahrzeuge und 1987 ein neuer Ausstellraum errichtet. Bereits 1994 musste durch die ständig steigende Zahl der Fahrzeugdurchläufe die PKW-Werkstatt neu errichtet werden. Im selben Zuge wurde das Ersatzteillager verlegt und die Büroräume großzügiger gestaltet. Die vorläufig letzte Baumaßnahme war die eines neuen, großzügig dimensionierten Ausstellungsraumes, in dem jetzt rund 30 Fahrzeuge der ständig erweiterten Mercedes-Benz Fahrzeugpalette den interessierten Kunden präsentiert werden können.
Im Jubiläumsjahr ist der 1902 als Huf- und Wagenschmiede gegründete Betrieb als ein mittelständisches Unternehmen, das mit über 50 Mitarbeitern pro Jahr in Gemeinschaft mit der Fahrzeugwerke LUEG AG, cirka 500 Fahrzeuge am Standort Herne absetzt und mehr als 7000 Kundenfahrzeuge betreut. Der Leistungsbereich umfasst dabei sämtliche Arbeiten an Personenkraftwagen und Nutzfahrzeuge der Marke Mercedes-Benz wie zum Beispiel Wartung, Reparatur und Instandsetzung von Unfallfahrzeugen.
Seit vier Jahren wird der Betrieb durch die Daimler AG mit dem "Service mit Stern" Prädikat ausgezeichnet, welches für hervorragende Kundenbetreuung und ausgezeichneten Service vergeben wird. Entscheidenen Anteil an dieser Auszeichnung hat der qualifizierte und kundenorientierte Mitarbeiterstab, der 2002 auf eine Betriebszugehörigkeit bis zu 45 Jahre zurückblicken kann. Mit Markus Henning ist inzwischen auch die 4. Generation verantwortlich in den Betrieb eingetreten. Seine Qualifikation zum Kfz-Meister und Betriebswirt des Kfz-Gewerbes ist die Grundlage für eine erfolgreiche Weiterführung des Familienbetriebes. Nun auch smart-Servicepartner seit 1. Februar 2010.

